Eine absolute Neuheit für Kössen brachte die heurige Europäische Mobilitätswoche mit dem sogenannten Bikebus. Eine Rad-Initiative, die 2021 in Barcelona neu auflebte und sich seither quer durch Europa verbreitet. Der Bikebus ist eine organisierte, gemeinsame Fahrt mit dem Fahrrad zur Schule. Die Route ist fix festgelegt und an bestimmten Punkten können die Schüler „zusteigen“. Begleitet wird der Trupp von Lehrkräften oder Eltern, wodurch den Kindern eine sichere Fahrt zur Schule ermöglicht wird. Am 19. September lud nun in Kössen im Zuge der Mobilitätswoche zum ersten Mal eine Bikebus-Initiative zum sportlichen Schulweg ein. Knapp 50 Personen, Kinder und Jugendliche der Mittelschule sowie Polytechnischen Schule, Eltern und Lehrkräfte traten gemeinsam mit viel Freude und cooler Musik in die Pedale. Vom Motorikpark aus führte die Route über die Erlau ins Dorfzentrum.

In Barcelona hat sich der Bikebus etabliert. Jeden Freitag können die Kids, begleitet von der Polizei, ausgewählte Straßen als Radweg nutzen. „Die Initiative Bikebus kommt dabei zum einen dem umweltfreundlichen Schulweg als auch der Forderung nach einem sicheren Schulweg entgegen. Daher gibt es jetzt auch in Kössen das Vorhaben, regelmäßiger Bikebusse“, erklärt Gemeinderätin Gabriele Pertl, die den ersten Kössener Bikebus initiierte. Mit einigen weiteren engagierten Lehrpersonen der Mittelschule will sie die Aktion ab dem kommenden Frühjahr regelmäßig wiederholen. „Allen Mitradlern des ersten Bikebusses sage ich auf jeden Fall genauso danke, wie den Erwachsenen, die für die Sicherheit und eine stärkende Jause sorgten“, so Gabriele Pertl.

Wenn das Auto Urlaub hat

Während der Europäischen Mobilitätswoche autolos unterwegs sein – Gemeinderätin Gabriele Pertl machte auch heuer wieder mit diesem Vorsatz Ernst und stellte ihr Auto am Gemeindevorplatz ab. Eine Aktion, die inzwischen schon Tradition hat. Genauso wie der Einsatz der Mittelschüler, die auch in diesem Jahr wieder Gabriele Pertls Auto in Szene setzten. Gemeinsam mit ihrer Kunst- und Designlehrerin Sigrid Berke-Noichl verwandelten sie das Fahrzeug in ein sehenswertes Kunstwerk. „Ich mache mir immer Gedanken, welche nachhaltigen Folgen meine Aktion hat und ich bemerke, dass es in mir ein Umdenken fördert. Ich überlege weitaus bewusster, bevor ich mit dem Auto etwas erledige, ob ich die Fahrt mit etwas anderem verknüpfen kann oder beispielsweise mein Ziel mit dem Fahrrad erreiche“, erklärt Gabriele Pertl rückblickend und äußert zugleich einen großen Wunsch. „Bis jetzt war ich mit dieser Aktion immer alleine, es würde mich sehr freuen, wenn im kommenden Jahr auch noch andere Kössener ihrem Auto eine Auszeit gönnen, ich bin auf jeden Fall wieder dabei.“