Und wieder ist ein durchaus respektabler Kössener Flugsommer zu Ende gegangen. Wenn man die Zeitrechnung für den „fliegerischen“ Tourismus im Kaiserwinkl mit 1974 beginnt, war es die 48. Flugsaison in Kössen. (Die ers­ten abenteuerlichen Pionierflüge vom Unterberg fanden ja bereits um Weihnachten 1973 statt).

Ganz nach Wunsch unserer heimischen Tourismuswirtschaft wurde 1974 mit der Gründung des „1. Österreichischen Kitingklub Kössen“ erste Strukturen für eine erfolgreiche internationale Entwicklung des Drachenfliegens geschaffen: Sicherheitsrichtlinien wurden erarbeitet, Kontakte mit Behörden und Verbänden aufgenommen und Ausbildungskonzepte entworfen. Einiges davon ist heute noch gültig!

Medienberichte über die „Vogelmenschen aus Kössen“ weckten schnell Interesse aus nah und fern – Alt und Jung strömte nach Kössen, um sich das abenteuerliche Flugspektakel vor Ort anzuschauen. Auch der spontane Andrang zur Drachenflugausbildung war erfolgversprechend, die Schar der mutigen Flieger im Alpenraum wuchs schnell und schon im Frühjahr 1974 lud man zur „1. Österreichische Meis­terschaft im alpinen Drachenfliegen“ nach Kössen ein. Die „Pionierstätte und Hochburg des Drachen­fliegens“ war geboren!

Die Flugschule Kössen wurde 1976 offiziell als „1. österreichische Zivilluftfahrerschule für Hängegleiter“ behördlich bewilligt. Der „1. Österreichische Kitingklub Kössen“ feiert 2024 sein 50. Bestandsjubiläum.

Heute sind es die Paragleiter, welche im Sommer scharenweise dem Kössener Unterberg den trendigen Touch als „Action Hill“ geben, für erfreuliche touristische Umsätze sorgen und den bunten Himmel zum Aushängeschild der Region machen.

Um den Ruf als Top-Flugsportdestination gegen­über der Konkurrenz in den Alpen weiterhin zu festigen, gilt es, das „fliegerische“ Service aufrecht zu erhalten, für ideale Infrastruktur zu sorgen und viele neue Flugsportler für Kössen zu begeistern. Dafür garantiert seit Jahrzehnten eine fruchtende Kooperation zwischen den Kössener Bergbahnen und der Flugschule Kössen.

Viele der Stakeholder in der Szene sind ebenso bemüht, dafür ihren Beitrag zu leisten. Nur einige wenige Trittbrettfahrer nutzen leider auch ohne Mitwirkung die Errungenschaften der intakten fliegerischen Infrastruktur in Kössen.

Zweifellos zählt die abgelaufene Flugsaison 2022 – mit durchaus gutem Flugwetter und regem Besu­cherandrang – zu einer der besten in der beeindruckenden Kössener Flugsportgeschichte. Nur zum Saisonausklang schwächelte das Wetter und beschied dem bunten Treiben am Kössener Himmel schon im September ein vorzeitiges Ende.

Voller Zuversicht – aber auch nicht ganz ohne Sorgen über die aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung – schaut man auch in der Flugsport-Branche auf das kommende Frühjahr und den Sommer 2023.  Die Leidenschaft und der Drang der Flugsportler nach Freiheit werden die Szene aber weiterhin „beflügeln“.

Die Fliegerbar als Meeting Point und In-Treff der Kössener Flugsportszene soll (zugleich mit den Kössener Bergbahnen) wieder am 1. Mai 2023 – dann zum 25. Mal – die Pforten öffnen, ebenso das Tandem­unternehmen „Fly-Kössen“, welches bereits vor 35 Jahren als „1. Beförderungsunternehmen mit Paragleitern“ behördlich zertifiziert wurde.

Die Flugschule Kössen (offiziell seit 47 Jahren in Betrieb) wird, ausgestattet mit neuer Rechtssicherheit für die Zusammen­arbeit mit den Gastflugschulen, für weiteren fliegerischen Nachwuchs im Interesse der Kössener Tourismusszene sorgen.

KommR Sepp Himberger
Flugschule Kössen GmbH