Klimawandel im Bezirk Kitzbühel
Sommerliche Hitzerekorde und der Gletscherschwund lassen uns die Auswirkungen des Klimawandels auch in Tirol hautnah spüren. Hierbei geht die Erwärmung in den Alpen wesentlich schneller vor sich als die globale. Experten gehen für Tirol von bis zu +4,5 Grad Celsius Erwärmung bis zum Jahr 2100 aus. Ebenfalls verändert sich die Niederschlagsverteilung und beschert uns künftig längere Trockenperioden, aber auch Starkniederschläge, welche die unzähligen Wildbäche bei uns im Bezirk Kitzbühel dann auch entsprechend fordern!
Vor allem weniger trocken- und hitzeresistente Baumarten bekommen Probleme. Bei der uns weitverbreiteten Fichte bemerken wir schon erste Anzeichen.
Der Borkenkäfer vermehrt sich stärker und kommt auch in höheren Lagen vor. Gleichzeitig erkennen wir zunehmend Trockenschäden auf kargeren Böden in höheren Lagen und auf Kalkstandorten. Auch die „Neophyten“ wie Staudenknöterich oder Springkraut werden zunehmend ein Thema. Diese ausländischen Pflanzen dominieren bereits auf verschiedenen Standorten. Ihre Wurzeln haben aber zum Teil nicht diese ausgeprägten schutzfunktionalen Eigenschaften, die wir besonders im Bergwald zur Bodensicherung brauchen.
Vorausschauend sind wir von der Bezirksforstinspektion mit den Waldbesitzern bemüht, auf die Vielfalt unserer Wälder im Bezirk Kitzbühel zu schauen. Das Waldbild wird in talnahen Lagen wesentlich laubholzreicher werden – unter anderem sollen Buche, Eiche, Ahorn, Linde und auch Nussbäume zukünftig nicht nur das Landschaftsbild ändern, sondern auch den Wasserrückhalt bei Starkniederschlägen verbessern und somit auch Erosionen Widerstand bieten. Das Kleinklima unter einer großen Buche ist für alle Lebewesen wesentlich angenehmer als in der prallen Sonne in den Sommermonaten.
Unsere Aufgabe ist es, die Gesellschaft bezüglich des Klimawandels zu sensibilisieren und auf bereits passierende Veränderungen aufmerksam zu machen. Hierbei sind wir mit allen um eine konstruktive Zusammenarbeit bemüht.
.) Beratungsoffensive für die Waldeigentümer(innen) und Forstunternehmer
.) Schulungsangebote zur richtigen Aufforstung und Pflege von Mischwäldern
.) Intensivierung der Waldpflege und Durchforstung zur Erhöhung der Stabilität
.) Unterstützung durch ein eigenes Förderprogramm
.) Sensibilisieren der Gesellschaft zu Hause und auch bei der Nutzung der Natur
.) Intensivierung der Öffentlichkeits- und Bewusstseinsbildung durch regionale Projekte
Für Fragen rund um den Wald steht das Team der Bezirksforstinspektion Kitzbühel mit den Waldaufsehern gerne zur Verfügung.